ACT: Das Abenteuer geht weiter


Nachdem das Konzept der Adventure Country Tracks mit der Route durch Portugal erfolgreich etabliert wurde, konnte mit ACT Greece die zweite Destination veröffentlicht werden.

Fotos: Katja Wickert

Ein Team, bestehend aus Offroad-Enthusiasten von Touratech und anderen Förderern des Projekts, hat die Strecke kurz vor dem »Go Live« noch einmal abgefahren.

Fünf Tage haben wir uns Zeit genommen für unsere Tour durch die griechische Wildnis, genauso lange, wie das Scouting-Team um den Offroad-Enthusiasten Meletis Stamatis für die anspruchsvolle Strecke veranschlagt hat. Allerdings stehen wir im Gegensatz zu den Abenteurern, die den Track ab nächstem Sommer ganz nach ihren persönlichen Zeitvorstellungen abfahren können, etwas unter Druck. Wir haben eine Film- und Fotocrew dabei. Und wer schon mal mit Kreativen gearbeitet hat, weiß, wie lange es dauern kann, bis das perfekte Bild im Kasten ist…

Auch wenn Pauschalurlauber das nicht glauben wollen – Griechenland bietet weit mehr als Strand, Taverne und ein paar gepflegte Ruinen. Griechenland ist in erster Linie ein dünnbesiedeltes, gebirgiges Land. Ziemlich gebirgig sogar. Nicht nur, dass die höchsten Gipfel fast 3000 Meter erreichen. Bis auf ein paar Ebenen gibt es kaum flaches Land hier. Dementsprechend sind Straßen, die mehr als ein paar hundert Meter geradeaus führen, die Ausnahme. Dafür schlängeln sich unzählige Fahrwege, Schotterpfade und Pisten durch Täler, über Bergrücken und durch ausgedehnte Wälder. Und auch das Wetter ist nicht immer so, wie es uns die Werbestrategen von Neckermann & Co. weismachen wollen. Bis in den Mai kann es in den Hochlagen schneien, Regen ist im Frühjahr nicht selten. Entsprechend ausgewaschen präsentieren sich uns viele Streckenabschnitte, oft sind wir froh, in der Gruppe unterwegs zu sein und uns gegenseitig helfen zu können.

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Erste Etappe: Bereits am ersten Tag wird unser Fahrkönnen auf die Probe gestellt. Kein Wunder, schrauben wir uns doch auf Trails, über die auch die Hellas Rally verläuft, von Nafpaktos am Golf von Korinth hinauf in die Berge. Bevor er im Hinterland verschwindet, erlaubt uns der Pfad noch einen wunderbaren Blick zurück auf das blau schimmernde Meer.
Um unser Tagesziel, den Wintersportort Kalavrita zu erreichen, durchqueren wir spektakuläre Hochebenen, durchfahren auf schmalen Wegen tief eingeschnittene Täler, passieren kleine Dörfer und kommen immer wieder an winzigen Kirchen vorbei. Diese Kapellen inmitten der einsamen Natur haben nicht nur sakralen Charakter, sie dienen seit jeher auch als Schutzhütten für verirrte Wanderer. Und bis heute darf man ganz offiziell rund um diese besonderen Orte zelten oder dort anderweitig Schutz suchen.

Zweite Etappe: Auch am zweiten Tag lässt der Abwechslungsreichtum der Streckenführung nichts zu wünschen übrig. Neben zahlreichen Abschnitten auf Schotter, die uns durch Waldland und Schluchten führen, haben wir auch einige Passstraßen unter den Rädern. Unfassbar steil schrauben sie sich – meist kaum breiter als ein Auto – in den Himmel. In den wenigen Dörfern, die wie passieren, schauen die Einheimischen neugierig nach den seltenen Besuchern. Doch die meiste Zeit des Tages treffen wir keinen einzigen Menschen, mit Ausnahme weniger Hirten, die mit ihren Herden in der Einsamkeit unterwegs sind.
Gegend Abend setzt Regen ein, und wir sind froh, dass die letzten Meter dieser Etappe asphaltiert sind.

Dritte Etappe: Der Track des dritten Tages ist für alle Fahrer technisch gut zu bewältigen. Vielmehr sind es die engen Serpentinen, die sich über teilweise hunderte Meter tiefen Abgründen durch die Bergwelt schlängeln, die uns Respekt und höchste Konzentration abfordern. Und nicht zuletzt wird uns immer wieder die Abgelegenheit bewusst. Bereits leichtere Schäden am Motorrad oder gar Verletzungen könnten hier draußen zum Problem werden. Umso mehr freuen wir uns, wenn wir eines der seltenen Dörfer passieren. Wenn dort auch noch ein kleines Kafenion zu finden ist, nutzen wir froh die Gelegenheit, mit den freundlichen Dorfbewohnern ins Gespräch zu kommen.

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Vierte Etappe: Wir haben uns entschieden, auf unserer Tour abwechselnd zu zelten und in Hotels zu übernachten. Die kleinen Pensionen und netten Hotels entlang der Strecke sind für uns willkommene Abwechslungen, um die müden Knochen auszustrecken. Doch natürlich macht erst ein Lagerfeuer vor dem Zelt in einem Flussbett so einen Adventure Country Track zum echten Abenteuer. Und auch in den Bergen ist wildes Zelten kein Problem. Befindet man sich in der Nähe eines Dorfes, fragt man am Besten die Einheimischen – meistens werden sie nichts dagegen haben, wenn Endurowanderer für eine Nacht ihr Stoffhaus in der Nachbarschaft errichten.
Nichtsdestotrotz genießen wir die Annehmlichkeiten, die nur eine feste Unterkunft zu bieten hat, als wir nach einer anstrengenden Etappe abgekämpft den malerischen Plastiras-Stausee erreichen.

Fünfte Etappe:
Nach Trails und Pisten im Überfluss freuen wir uns, den Nachmittag unseres letzten Tages in den wilden Bergen Griechenlands auf einer asphaltierten Straße zurückzulegen. Unser Ziel heißt Monodendri, ein zugegebenermaßen touristisch sehr erschlossener Ort. Was kein Wunder ist, denn Monodendri liegt in unmittelbarer Nähe der ­Vikos Schlucht, die als eine der tiefsten Europas gilt. Trotz zahlreicher Hotels und Tavernen hat sich der Ort seinen Charme bewahrt. Bei angenehmen 25 Grad Celsius genießen wir unseren letzten Abend bei einem kühlen Bier unter den Platanen am Dorfplatz. Wir sind uns einig: Das Bild, das wir von Griechenland hatten, war komplett durch Reisekataloge und andere Werbebotschaften verzerrt. Nichts gegen ein Bad im türkisblauen Meer. Aber wir haben in den vergangenen fünf Tagen ein ganz anderes Griechenland kennengelernt. Ein raues und einsames Land, ein ursprüngliches Land mit herzlichen Menschen – und reichlich Platz für Abenteuer. Dank der Adventure Country Tracks.

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Besonderer Dank geht an das Filmteam von MotorradreiseTV Stefan Klabunde und Canan Gündogan, an Trail- und GPS-Mastermind Felipe Elias von Touratech Portugal sowie an das Team um Meletis Stamatis, insbesondere seinen »besten Mann« Dionysis, und nicht zuletzt ans ­Orga-Team Bea Jacimowitsch, Karin Birkel und Dominique Polk.

Mehr Infos und den kompletten 60 Minütigen Film von ACT Greece findet Ihr hier

Kategorie: Adventure | Travel